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Stadt, Land, Strasse: Alles im Fluss

Die Drucksache Nr. 15-1589/2014 der Stadt Hannover vom 05.06.14 weist auf einen Antrag zur Straßenumbenennung im Stadtteil Südstadt hin. Es soll die Umbenennung der »Elkartallee« in »Hilde-Schneider-Allee« beschlossen werden. Karl Elkart war Architekt, Stadtplaner, städtischer Beamter – und Mitglied der SS. Während des Nationalsozialismus amtierte er in Hannover als Baurat und hatte in dieser Funktion maßgeblichen Anteil an Enteignungen, Zwangsarbeit und Deportationen von Juden. Der Stadtrat von Hannover möchte diesen unseligen Namenspatron nun endlich loswerden. So ähnlich geht es vielen anderen Kommunen auch. Daneben gibt es noch viele weitere, zum Glück harmlosere Gründe, warum Straßen umbenannt, Postleitzahlengebiete anders geschnitten oder Ortsgrenzen verändert werden. All diese Veränderungen finden wir nach einiger Zeit in Straßenverzeichnissen wieder. Nun stellt sich die Frage: Wie kommen diese Änderungen in Ihren Adressbestand?

Eine integrierte Anschriftenprüfung während der Neuanlage von Adressen ist sinnvoll und dringend notwendig für viele Folgeprozesse, wie etwa eine Dublettenprüfung. Die Anschriftenprüfung normiert die Schreibweise von Straßen. Sie verhindert fehlerhafte Schreibweisen und ordnet der Straße und der Hausnummer die jeweils gültige Postleitzahl zu. Ergänzt um eine Autovervollständigung, unterstützt die Anschriftenprüfung den Anwender bei der Adressanlage und erhöht die Benutzerfreundlichkeit im Erfassungsdialog.

Geht es um Nachhaltigkeit der Qualität des Adresspools, hilft nur der regelmäßige Bestandscheck mit der Batchkomponente von »TOLERANT Post«. Nur so halten Sie die Anschriften dauerhaft auf einem aktuellen Stand und vermeiden das schleichende Veralten Ihrer Kunden- und Interessentendaten.

Und vielleicht stellen Sie anschließend fest, dass Trude Weber nicht in die Hilde-Schneider-Allee umgezogen ist bzw. es sich bei Gertrud Weber aus der Elkartalle 9 und Trude Weber aus der Hilde-Schneider-Allee 9 um dieselbe Person handelt.

Straßenverzeichnisse

An dieser Stelle möchten wir einen weit verbreiteten Irrtum aufklären. Für Deutschland gibt es kein offizielles Straßenverzeichnis; weder die Deutsche Post noch die Telekom noch sonst jemand erstellt ein solches. Die Deutsche Post hat lediglich die Hoheit bei der Vergabe von Postleitzahlen. Im Gegenzug muss die Post diese Informationen anderen Anbietern für deren Datenpflege zur Verfügung stellen. Dienstleister wie auch die Kunden der Post erhalten vierteljährlich aktualisierte Daten.

Wir finden, ein Updatezyklus von drei Monaten ist für viele Anwendungen deutlich zu lang. Bei bis zu 5.000 Veränderungen im Quartal, die meist Straßenum- und -neubenennungen sind, möchten wir unseren Kunden auf Wunsch monatlich ein Straßenverzeichnis in Premiumqualität zu einem vertretbaren Preis anbieten.

Aus diesem Grund nutzt TOLERANT Software zur Validierung deutscher Adressen ein Straßenverzeichnis der Bertelsmann-Tochter Arvato. Das Verzeichnis wird permanent gepflegt, wobei der Anbieter u. a. auf die Kommunen als eine der Herkunftsquellen setzt.

Für internationale Adressen setzen wir auf Partner, welche die Daten in den allermeisten Fällen von den jeweiligen nationalen Postorganisationen beziehen. Denn anders als in Deutschland gibt es in vielen Ländern eine Hoheit der staatlichen Postorganisation. Qualität und Deckungsgrad der Daten sind leider nicht immer auf einem guten Niveau. Flächendeckende Straßenverzeichnisse existieren oft nur für die größeren Städte, Updatezyklen von sechs oder zwölf Monaten kommen leider allzu oft vor.

Fazit: Für Deutschland und dank unseres Partners Arvato können wir Ihnen sehr gute Referenzdaten anbieten. Leider nimmt mit dem Grad der Industrialisierung von Ländern auch die Qualität der Referenzdaten ab. Wegen langer Updatezyklen und unzureichender Abdeckungen ist eine Lieferung vollständiger und fehlerfreier Referenzdaten für viele Länder immer noch Science Fiction.

Stefan Kröger

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